Chardonnay – Der Meister der Vielfalt

Chardonnay ist die am zweithäufigsten angebaute weiße Rebsorte. Das dürfte nicht zuletzt darauf zurückzuführen sein, dass Chardonnay beinahe überall gut gedeiht, also auch in klimatischen Randgebieten mit weniger günstigen Bedingungen. In den USA sowie Frankreich wird die Rebsorte allerdings besonders gerne angebaut. Berühmte Anbaugebiete sind in Frankreich beispielsweise die Champagne sowie das Burgund. In Deutschland hingegen betrug der Anteil der Rebfläche, auf denen Chardonnay angebaut wurde im Jahr 2014 lediglich 1,6 Prozent. Seitdem kommen Jahr für Jahr zwischen 50 und 100 Hektar Anbaufläche hinzu, vor allem in Baden und der Pfalz.Zudem ist der Chardonnay eine der beliebtesten Rebsorten überhaupt. Das ist wohl auch darauf zurückzuführen, dass er nicht nur in der Weißweinproduktion Verwendung findet, sondern gleichzeitig auch als Basis für zahlreiche Schaumweine dient.

Chardonnay für Sekt und Champagner

Chardonnay Trauben dienen als Grundlage für die Herstellung verschiedener Schaumweine, zum Beispiel aus der Champagne oder der Franciacorta, jedoch auch für den deutschen Sekt. Außer seiner außergewöhnlichen Robustheit beinahe allen klimatischen Bedingungen gegenüber, verfügt der Chardonnay nämlich auch über die Eigenschaft, dass er bei früher Lese einen niedrigeren Alkoholgehalt hat und somit frischer ist. Das macht ihn zu einer hervorragenden Basis für Cuvées im Bereich Schaumweine.

So schmeckt er: Der Chardonnay und seine Aromen

Populär ist die Rebsorte wohl vor allem wegen ihres vollen Körpers und der cremigen Textur. Dazu kommt eine milde Säure, welche die Weine sehr bekömmlich macht. Der Geschmack hängt allerdings stark davon ab, wie der jeweilige Wein ausgebaut wird. Die meisten Chardonnays zeichnen sich durch Aromen von Apfel, Birne, Karamell, Vanille, Honig sowie Melone aus.Früh geerntet ist der Chardonnay leicht, frisch und ideal als Sommerwein geeignet. Bei später Lese wird der Chardonnay hingegen üppiger und dichter, was ihn zu einem opulenten Begleiter für die kalte Jahreszeit und jegliche Arten von Festmählern macht. Diese Vielfalt macht sich auch im Alkoholgehalt bemerkbar: zwischen 11 Prozent und schweren 14 Prozent ist beim Chardonnay so gut wie alles möglich.Allgemein bringt der Chardonnay tendenziell weniger eigenen Charakter mit als beispielsweise die deutsche Lieblingsrebsorte Riesling. Somit findet in den Weinen hervorragend das Terroir des jeweiligen Anbaugebiets geschmacklichen Ausdruck. Häufig werden Chardonnays auch im Barriquefass (das heißt im kleinen Eichenholzfass) ausgebaut, was den primär fruchtigen Geschmacks- und Geruchsnoten noch Holzaromen hinzufügt.
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