Über die Rebsorte Pinot noir

Pinot noir ist eine französische Rotweinrebsorte, die in Italien unter dem Namen Pinot nero bekannt ist. Deutsche Bezeichnungen für den Pinot noir sind Spätburgunder, Blauburgunder, Blauer Burgunder oder Klevner.Der Pinot noir gehört zu den Cépages nobles, einer Kategorie, der nur besonders edle Rebsorten angehören. Das bedeutet, dass aus ihr häufig Spitzenweine erzeugt werden, sowohl reinsortig als auch in Cuvées.

Abstammung und Eigenschaften des Pinot noir

Die Rebsorte wächst besonders gerne in kühleren Weinbauregionen und stammt aus der französischen Weinbauregion Burgund. Wo genau sie ihren Ursprung hat, ist heute allerdings schwierig festzustellen, denn sie ist eine der ältesten Rebsorten überhaupt und ist im Burgund schon mindestens seit dem vierten Jahrhundert bekannt. Von dort wanderte sie mit Mönchen im siebten Jahrhundert nach Deutschland. Genetischen Untersuchungen nach zu urteilen, könnte sie eine Kreuzung zwischen Traminer und Schwarzriesling sein.Seinen Namen verdankt der Pinot noir der Form seiner Trauben. Sie sind sehr länglich und erinnern deshalb an Fichtenzapfen, die im Französischen „pin“ heißen. Im Deutschen wird die Rebsorte als Spätburgunder bezeichnet, da sie ca. zwei Wochen nach dem Frühburgunder reif ist. Dennoch gehört sie zu den frühreifenden Reben und hat einen durchschnittlichen bis hohen Ertrag. Sie hält Frost relativ gut Stand, ist allerdings anfällig für Schädlings- und Fäulnisbefall. Auch Pilze wie der Echte Mehltau stellen eine häufige Bedrohung für die Pflanze dar.

Verbreitung des Pinot Noir

Pinot noir ist die am zehnthäufigsten angebaute Rebsorte der Welt und man findet sie praktisch überall. In Europa wird sie natürlich hauptsächlich in Frankreich angebaut (30.000 Hektar Rebfläche im Burgund, in der Champagne sowie im Elsass), jedoch auch in Deutschland (12.000 Hektar), Italien (5.000 Hektar), der Schweiz (4.500 Hektar) und weiteren Ländern. Außerhalb Europas ist die Rebsorte besonders gerne in den USA (16.000 Hektar), Neuseeland (4.700 Hektar) und Australien (4.600 Hektar) kultiviert. Damit ist Deutschland weltweit der drittgrößte Produzent von Pinot noir Weinen.

Pinot Noir Weine

Für Weine aus Pinot noir Trauben sind vor allem ein eher sanfter, leichterer Körper und eine samtige Textur charakteristisch. Ihr Bouquet zeichnet sich durch Aromen von Erdbeere, Himbeere, Johannisbeere und Brombeere aus. Mit zunehmender Reife zeigen sich auch nussige, blumige und bittere Noten wie von Bittermandel und Veilchen. Beim Ausbau im Barrique gewinnen die Weine balsamische Aromen von Vanille und Zimt.Die Weine besitzen eine gute Lagerfähigkeit und erreichen ihren geschmacklichen Höhepunkt für gewöhnlich nach etwa zwei bis fünf Jahren. Auch die Farbe verändert sich mit zunehmender Reife: Sie variiert zwischen Rubinrot bei jungen Pinot noirs und Ziegelrot bei gereiften.Anders als viele andere Rebsorten wird der Pinot noir meist nicht als Cuvée, sondern sortenrein ausgebaut. Am bekanntesten sind die Rotweine, es gibt den Spätburgunder allerdings auch als Roséwein oder als Blanc de Noirs (also als „Weißen aus schwarzen Trauben“). Außerdem ist er eine der drei Rebsorten die klassischerweise für die Champagner Herstellung verwendet werden und verleiht dem edlen Schaumwein sein Volumen.
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