Primitivo – der wohl populärste Gaumenschmeichler der Weinwelt

Die Rebsorte Primitivo (manchmal auch Zinfandel genannt), ist eine rote Rebsorte, die vor allem in Apulien in Italien angebaut wird. Ihre Beeren sind blauschwarz. Zeitweise war der Primitivo in den USA die am meisten angebaute Rebsorte, inzwischen wurde er jedoch vom ebenfalls enorm populären Cabernet Sauvignon abgelöst. Primitivo ist von seiner genetischen Struktur her nahezu identisch mit der amerikanischen Rebsorte Zinfandel, die vor allem in Kalifornien gerne angebaut wird. Einige italienische Winzer vermarkten ihre Primitivo Weine deshalb gerne unter dem Siegel des Zinfandel, der vielerorts bekannter ist. Ursprünglich stammt der Primitivo allerdings höchstwahrscheinlich aus der kroatischen Region Dalmatien, wo er bis heute unter dem Namen Crljenak Kaštelanski beziehungsweise Tribidrag bekannt ist.

Woher kommt die Bezeichnung „Primitivo“?

Das Wort „Primitivo“ erinnert zwar stark an „primitiv“, etymologisch ist der Begriff allerdings auf das lateinische „primativus“ zurückzuführen. „primativus“ bedeutet so viel wie „der zuerst Reifende“ und beschreibt im Wesentlichen die Eigenschaft der Rebsorte besonders früh im Jahr zu reifen. Dieses Merkmal wird im Übrigen auch im kroatischen Namen der Rebsorte aufgegriffen, denn dieser kommt ursprünglich aus dem Griechischen und bedeutet schlicht „früh reifend“. Die Lese ist häufig aufwendig, denn auch wenn die Trauben allgemein früh reif sind, enthalten sie oft eine Mischung aus voll reifen Beeren sowie noch grünen Beeren. Daher muss oftmals von Hand nachgelesen werden.

So schmeckt er: Geschmack und Aromen des Primitivo

Typisch für die Weine der Rebsorte ist die tief- bis rubinrote Farbe. Die Aromatik des Primitivo ist dabei vielseitig und wahrscheinlich macht gerade sie ihn zu einem echten Kundenliebling und Bestseller. Das Spektrum der Aromen reicht von reifen, dunkelroten Waldfrüchten bis hin zu köstlich-schokoladigen Noten und wird ergänzt von feinen Gewürzen wie weißem Pfeffer, Zimt und Nelken. Hier gibt es teils noch feine Unterschiede zwischen Zinfandel und Primitivo: Der amerikanische Zinfandel ist in der Regel würziger als sein italienisches Pendant. Der fruchtig-würzige Charakter setzt sich im Geschmack fort. Der Primitivo schmeckt üppig, fruchtig und hat eine angenehme Würze. Aufgrund seines kräftigen und intensiven Geschmacks ist er der ideale Begleiter zu Fleischgerichten wie Gegrilltem oder auch zum deftigen Weihnachtsessen. Seine sanften Tannine machen den Wein außerdem zu einem echten Gaumenschmeichler.

Primitivo Weine

Enorm großer Beliebtheit erfreut sich bei deutschen Käufern vor allem der Doppio Passo Primitivo Salento, der seinen Geschmack dem besonderen Produktionsverfahren verdankt. Er wird – wie das „doppio“ in Namen schon vermuten lässt – zweimal vergoren. Für die zweite Gärung wird der Wein auf den Trester, also die Schalen der Beeren gegeben. Ein weiteres Beispiel für einen Primitivo Wein ist der Primitivo di Manduria. Er wird in Apulien angebaut und kann auch als Süßwein zum Primitivo di Manduria Dolce Naturale DOCG ausgebaut werden.
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