Syrah ... oder Shiraz?

Syrah ist bekannt als die älteste Traube der Welt, die vermutlich von den Phöniziern nach Südfrankreich gebracht wurde. Erstmalig erwähnt wurde sie in der nördlichen Rhône im Jahr 1781 als „Sira“. Das wohl bekannteste Synonym für den Syrah ist der Shiraz, die beiden Sorten sind genetisch identisch. In Europa tendieren die meisten Winzer und Händler zur Bezeichnung „Syrah“, in Übersee eher zu „Shiraz“, es handelt sich bei beiden allerdings um ein und dieselbe Rebsorte.

Bevorzugtes Terroir und Wuchs der Syrah Rebe

Besonders gut gedeiht die Syrah Rebe auf Granit- oder Schieferböden, da ihr Reifeprozess mitunter rasant ist, sollte sie nicht auf sehr fruchtbaren Böden angepflanzt werden. Sie ist unempfindlich gegen Frühjahrsfrost, sie verträgt sich jedoch nicht mit Nässe und andauernder Kälte. Bei schlechter Witterung reifen daher ihre Beeren unter Umständen nicht vollständig aus, was dem daraus gekelterten Wein einen „grünen“ – eben unreifen – Geschmack verleiht. In Jahren mit überdurchschnittlich viel Sonne hingegen, können die Trauben zu schnell reifen und büßen dabei die für charakteristische kräftige Säure ein. Da zwischen der Traubenfärbung und der Vollreife der Beeren nur wenig Zeit liegt, ist hier vor der Lese Aufmerksamkeit und Vorsicht geboten.

Verbreitung und Anbaugebiete des Syrah

Bis heute ist die Rebsorte in Frankreich beheimatet, ihr Hauptanbaugebiet ist das Rhônetal. In Frankreich sind mehr als 65.000 Hektar Anbaufläche mit Syrah bepflanzt, in Australien über 42.000 Hektar und in Spanien immerhin ca. 20.000 Hektar. Auch andere südliche Gegenden wie Südafrika, Südamerika, Italien oder Portugal bauen Syrah (bzw. Shiraz) an. Lediglich die kälteren Weinländer wie Deutschland eignen sich weniger gut für die Rebsorte.

Charakter von Syrah Weinen

Wie bei vielen Rotweinen wird der Charakter des Syrah Weins vor allem von dem harmonischen Zusammenspiel von saftigen Früchten und feiner Würze bestimmt. Er ist von intensiver, dunkelroter Farbe, die fast ins Schwarze gehen kann, und bringt durch seinen satten Tanningehalt ein hohes Alterungspotential von bis zu 30 Jahren mit. Wegen seiner würzigen Aromen wird Syrah gerne mit Rebsorten wie Merlot, Pinot Noir, Cabernet Sauvignon oder Tempranillo verschnitten. Die Weine verfügen über ein üppiges Bouquet mit Düften von roter Johannisbeere, reifen Waldbeeren und Gewürzen wie schwarzem Pfeffer. Dazu kommen häufig intensive holzige Aromen sowie Leder und Tabak. Vor allem die rote Johannisbeere zeigt sich mit ihrer Säure auch im Geschmack des Syrah, ergänzt durch Kirsche und Noten von Paprika und schwarzer Olive. In ihrer Struktur sind Syrah Weine stets komplex mit einer samtig-feinen Textur.
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