Weinproduktion 2017 nach Ländern: Diese 10 hatten die Nase vorne

Auf der Erde gibt es über 200 Länder – in knapp 100 davon wird Wein angebaut.  Allerdings findet nicht jede Traube auch den Weg in die Weinflasche.  Im GrapeCheck.de Weinwissen erfahrt ihr in welchem Land der meiste Wein produziert wird und welches Land sich damit auch offiziell „Weinland Nummer 1“ nennen darf.

Wer sind die größten Weinproduzenten der Welt?

PlatzLandMio. HektoliterMrd. Flaschen
1.Italien48,96,5
2.Frankreich47,46,3
3.Spanien37,35,0
4.USA22,53,0
5.Australien12,51,7
6.China11,51,5
7.Südafrika10,51,4
8.Chile10,11,35
9.Argentinien8,81,2
10.Deutschland8,41,1

Platz 10: Deutschland

Den Riesling an der Spitze: Deutsche Weine

„Last but not least“ – Deutschland hat sich in der Liste der wichtigsten Weinproduzenten erneut den 10. Platz gesichert. Zwar ging die Menge der produzierten Weine in den letzten beiden Jahren leicht zurück, dennoch kann Deutschland seinen Platz vor Portugal behaupten.

Die gut 60.000 deutschen Winzer holten 8,4 Millionen Hektoliter (1,1 Milliarden Flaschen) Wein aus den Weinbergen.

Das Aushängeschild des deutschen Weinbaus ist weiterhin der Riesling. Kaum ein Weinland wird so sehr über eine einzelne Rebsorte definiert wie es der Riesling für Deutschland ist und so verwundert es auch nicht, dass knapp die Hälfte der weltweiten Rieslingproduktion aus Deutschland stammt. Somit trägt Deutschland zurecht den Titel „Heimat des Riesling“.

Auch andere weiße Rebsorten erfreuen sich einer großen Beliebtheit. Hinter dem Riesling belegen Müller-Thurgau, Silvaner und Grauburgunder die weiteren Ränge. Der Anteil der weißen Rebsorten beträgt in der deutschen Weinproduktion ca. 65%. Die beliebtesten roten Rebsorten sind der Spätburgunder und Dornfelder.

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Platz 9: Argentinien

Auf dem absteigenden Ast: Weine aus Argentinien

Argentinien gilt seit Jahrzehnten als feste Größe in der Weinwelt und als eines der wichtigsten Produktionsländer der Welt. Ob dies allerdings noch lange Bestand haben wird, ist fraglich. Lange Jahre haben einfache und günstige Massenweine für den Einheimischen Markt die Produktion beherrscht. Als sich aber nach und nach die Verbrauchergewohnheiten geändert haben und die Argentinier immer weniger Wein tranken brach der Weinmarkt völlig zusammen. Die eigene Bevölkerung trank kaum noch Wein und für den Export war der Wein schlicht nicht gut genug. Als wäre dieser Umstand noch nicht schlimm genug, hat Argentinien auch mit einer Reihe wirtschaftlicher Probleme zu kämpfen. Die Inflation ist auf Rekordniveau und Produktionskosten sind kaum noch zu decken. Schon gar nicht im Wettbewerb der „Billigweine“.

Somit ist die produzierte Menge Wein in den letzten Jahren stark gesunken. In 2015 betrug sie nur noch 8,8 Milliarden Hektoliter, was im Vergleich zum Vorjahr ein Minus von 35%! darstellt.

Allerdings haben einige Winzer schon frühzeitig die Trendwende bemerkt und verstärkt auf qualitativ hochwertige Weine für den Export gesetzt.  Heute gibt es bereits eine Vielzahl von anerkannten Premiumweinen.

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Platz 8: Chile

Chilenische Weine: Das älteste Weinland der südlichen Hemisphäre

Ähnlich wie Südafrika hat auch Chile eine lange und von Veränderung geprägte Weingeschichte. Als ältestes Weinland der Südhalbkugel wird in Chile bereits seit Mitte des 16. Jahrhunderts Wein angebaut. Hier waren es die Spanischen Eroberer, welche die Reben aus der Heimat mitbrachten und angefangen haben Wein anzubauen. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde der Weinbau in Chile allerdings mehrfach aufgrund von Regierungswechsel, Landenteignungen und Landreformen zurückgeworfen. Dieser Negativtrend setzte sich bis zum Jahr 1982 fort, als der Weinbau in Chile völlig zum Erliegen gekommen ist und die Rebfläche auf ein Minimum geschrumpft ist.

Seitdem boomt die Chilenische Weinindustrie allerdings wieder und heute gilt Chile als eines der größten Weinproduzieren Länder der Welt. Im Jahr 2015 wurden stattliche 10,1 Millionen Hektoliter (1,35 Milliarden Flaschen) Wein produziert, was Chile den 8. Platz in dieser Rangliste einbringt.

Frühzeitig erkannte der Spanische Weinproduzent Miguel Torres das hervorragende Potential Chiles zur Weinproduktion und eröffnete einen Ableger seines Weinguts in Chile. Viele Investoren und namenhafte Winzer aus anderen Teilen der Erde taten es im nach. Unter ihnen befinden sich auch bekannte Namen wie Rothschild und Mondavi. Dieser Trend hält weiter an und so versuchen weitere Produzenten den Markt zu erschließen und Rebflächen zu sichern.

Heute werden in Chile bereits sehr gut Weine mit einem ausgezeichneten Preis- / Leistungsverhältnis produziert und werden mit Sicherheit nicht mehr lange nur als Geheimtipp angesehen.

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Platz 7: Südafrika

Der Junior unter den Weinländern: Weine aus Südafrika

Weinbau in Südafrika hat bereits eine lange Tradition. So wurden die ersten Reben bereits im 17. Jahrhundert durch Holländische Seefahrer ins Land gebraucht und kultiviert. Trotzdem zählt Südafrika zu den jüngeren Weinbauländern der neuen Welt, da der Erfolg der Südafrikanischen Weins erst um 1980 eingesetzt hat.

Mit dem Ende der Apartheit wurde der Weinbau in Südafrika neu definiert, da das Land zuvor wirtschaftlich isoliert war und die Einfuhr von Rebstecklingen nicht erlaubt war. Nachdem diese Einschränkungen weggefallen sind, begannen die Weinproduzenten mit dem Anbau von international bekannten und qualitativ hochwertigen Rebsorten. Seit dieser Zeit gewinnt die Weinbau in Südafrika kontinuierlich an Bedeutung, was sich auch an den Produzierten Mengen zeigt.

Mittlerweile belegt Südafrika den 7. Platz der größten Weinproduzenten mit 10,5 Millionen Hektoliter. (1,4 Milliarden Flaschen).

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Platz 6: China

Viele werden sich jetzt sicherlich Fragen, ob es sich immer noch um die Liste der größten Weinproduzenten handelt und wie China es in dieses Ranking geschafft hat. Denn wenn man ehrlich ist, ist Wein nicht gerade das erste was einem zu China einfällt.

Auch wenn dies (noch) nicht der Fall ist, so wird sich dies in den nächsten Jahren schlagartig ändern. China ist ein Land im Umbruch – besonders stark ist diese Ausprägung in der Weinwirtschaft. China hat es geschafft sich im Schatten der großen Weinnationen zum am schnellsten wachsenden Markt zu mausern.

Im Jahr 2015 lag die Menge der produzierten Weine bei 11,5 Millionen Hektoliter (1,5 Milliarden Flaschen). Im Vergleich dazu betrug die Menge im Jahr 2008 knapp 6,50 Millionen Hektoliter – somit hat es China geschafft die produzierte Menge innerhalb von 7 Jahren zu verdoppeln.

Wer bei China in erster Linie an den Weltmeister im Kopieren denkt, der wird auch beim Thema Wein fündig. So findet man rund 70 Km nordöstlich von Peking das Château Changyu. Ja, richtig gelesen!

>Bei dem Château Changyu handelt es sich allerdings nicht nur um ein Weingut, sondern um eine im Stile von Disneyland errichteten Weinfreizeitpark. Weingut mit Barriquekeller, Weinmuseum und Verkostungsräumen sind selbstverständlich. Da dies aber noch nicht reicht, wurde auch noch ein ganzes Weindorf im französischen Stile errichtet – Marktplatz, Kirche und Rathaus inklusive.


Platz 5: Australien

Australischer Wein: Das Erbe Europas

Den 5. Platz der wichtigsten Weinproduzenten belegt Australien und sichert sich damit auch den inoffiziellen Titel der größten Weinnation der südlichen Halbkugel. Dieser Platz ist schon bemerkenswert, wenn man bedenkt, dass in Australien von Natur aus kein Wein gewachsen ist und es in dem Land auch keine eigenen Reben gibt.

Im 17 Jahrhundert waren es die Europäer, die Weinreben ins Land brachten und begannen europäische Reben zu kultivieren. Viel ist seitdem passiert und heute zählt Australien mit über 12,5 Millionen Hektoliter (1,7 Milliarden Flaschen) zu den wichtigsten Weinproduzenten der Welt.

Auch was die Qualität der Weine angeht, so muss sich Australien nicht verstecken. Die australische Weinindustrie ist hoch inno­vativ und äußerst quali­täts­ori­en­tiert. Weinproduzenten wie Penfolds, Rose­mount, Yalumba und Co. produzieren heute Weine der Spitzenklasse.

Ein besonderes Augenmerk ist in diesem Zusammenhang auf den Grange aus dem Hause Penfolds zu richten. Auch wenn das Wort Legende heutzutage inflationär benutzt wird, so trifft es doch auf den Grange zu.  Einem Weinsammler war eine Flasche des 51er Jahrgangs im Jahr 2004 sage und schreibe 38.429$ wert.

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Platz 4: USA

Weine aus den USA – gute Tropfen aus dem Golden State

Als größter nicht- europäischer Weinproduzent belegen die USA Platz 4 in dieser Rangliste.  In den Vereinigten Staaten wurde im Jahr 2015, 22,5 Millionen Hektoliter (ca. 3 Milliarden Flaschen) Wein produziert.

Weinberg im Napa Valley

Wenn man von amerikanischen Wein spricht, meint man damit zum Großteil kalifornischen Wein aus den Regionen Napa Valley und Sonoma Valley. Dies verwundert nicht besonders, wenn man sich anschaut welchen Stellenwert Kalifornien in der US Weinproduktion spielt.  So kommen gut 90% der gesamten US Weinproduktion aus dem „Golden State“ an der Westküste.

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Platz 3: Spanien

¡Olé! Spanische Weine!

2013 war für Spanien das Rekordjahr schlechthin. In diesem Jahr produzierten die spanischen Weinerzeuger mir über 45 Millionen Hektoliter sogar mehr Wein als das Schwergewicht Frankreich. Seitdem haben sich die Erträge aber wieder „normalisiert“ und Spanien ist zurück auf dem Bronze-Podest. In 2015 holten die spanischen Winzer 37,3 Millionen Hektoliter aus den Weinbergen, was ca. 5 Milliarden Flaschen entspricht.

Schaut man hingegen auf einen anderen Wert, so ruft dies doch etwas Verwunderung hervor. In der Statistik der Länder mit der größten Rebfläche, liegt Spanien seit eh und je mit Abstand auf dem ersten Platz. Wie ist es zu erklären, dass das Land mit den größten Rebfläche nicht auch den  meisten Wein produziert? Spanien nimmt hier eine besondere Stellung unter den Weinproduzierenden Ländern ein. Der Zwiespalt zwischen Fläche und Ertrag ist hauptsächlich von zwei Gründen abhängig:
Aufgrund der großen Hitze und damit verbunden Trockenheit, die in weiten Teilen des Landes herrscht sind die Traubenerträge sehr gering. Zum anderen ist der Weinbau in Spanien stark von Tradition geprägt. Viele der Rebflächen stammen noch aus dem 18. Und 19. Jahrhundert wo den Rebstöcken mehr Platz eingeräumt wurde. Somit stehen in keinem anderen Weinland so wenige Rebstöcke auf einem Hektar wie in Spanien.

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Platz 2: Frankreich

Quantität und Qualität: Französische Weine

Die Spitzenposition bei der Weinproduktion hat in den letzten Jahren oft zwischen Italien und Frankreich gewechselt. Beide Länder lieferten sich hier ein enges Kopf-an-Kopf-Rennen, wobei die Franzosen zum letzten Mal im Jahr 2014 ganz oben auf dem Treppchen stehen konnten. In 2015 konnte die Produktionsmenge noch einmal leicht gesteigert werden, allerdings reichte dies nicht um an den Italienern vorbeizukommen.

In 2015 betrug die Menge der in Frankreich produzierten Weine 47,4 Millionen Hektoliter oder 6,3 Milliarden Flaschen.

Schaut man sich die aktuellen Prognosen an, so dürfte es auch im nächsten Jahr nichts mit der Spitzenposition werden. Frankreichs Weinernte wurde zuletzt durch eine Vielzahl von schlechten Wetterphänomenen heimgesucht. Schlechte Witterung, Hagelstürme oder späte Frostperioden haben zu hohen Einbußen geführt.  In der Region Languedoc hat z.B. im August ein schwerer Hagelsturm gewütet, der nur wenige Tage vor der Ernte, bis zu 60% aller Reben zerstörte.

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Platz 1: Italien

Italienische Weine an der Spitze

Italien ist wieder das wichtigste Weinland der Welt. Warum wieder? Seit Jahren liefern sich die Italiener mit Frankreich einen engen Wettstreit um den Titel „Weinland #1“. Laut aktueller Datenerhebung konnten die Italienischen Winzer die Weinproduktion aufgrund einer guten Ernte um 10% steigern und produzierten 48,9 Millionen Hektoliter. Wer sich unter dieser Zahl nicht viel vorstellen kann: Es handelt sich hier um nicht weniger als 6,5 Milliarden Flaschen. Somit entfällen ca. 20% der weltweiten Weinproduktion auf Weine aus Italien.

Ein Großteil des in Italien produzierten Weins stammt noch aus den  Massenanbaugebieten Sizilien, Apulien und Latium. Diese Weine sind oft von einfacher Qualität und kommen als sogenannte Tafelweine auf den Tisch oder werden als Verschnittweine von Großkellereien verwendet.

Ein Grund für die Beliebtheit der Italienischen Weine könnte allerdings die Tatsache sein, dass die Produktionsmenge der höherwertigen Weine von Jahr zu Jahr ansteigt. Italien ist aufgrund seiner Vielfalt an Rebsorten prädestiniert für die Herstellung erstklassigerer Weine. So beträgt der Anteil der Weine der höchsten Qualitätsstufe bereits über 35% der Gesamtproduktion.

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